Die ZB – ein Ort, der funktioniert, weil viele mithelfen
Tag für Tag freuen wir uns über die vielen Menschen, die die Zentralbibliothek Zürich (ZB) besuchen. Dass sich so viele bei uns wohlfühlen und den Ort aktiv nutzen, ist für uns ein schönes Zeichen. Doch damit das möglich ist, passiert im Hintergrund mehr, als man auf den ersten Blick sieht.
Wenn der Tag beginnt, war schon jemand da
Wer früh am Morgen durch die Türen der ZB tritt, findet einen Ort vor, der sauber, aufgeräumt und bereit ist: für konzentriertes Arbeiten, für Begegnungen, fürs Lesen, Schreiben, Nachdenken. Was selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis vieler Handgriffe, die oft unsichtbar bleiben.
Noch bevor der erste Besucher eintritt, ist das Haus bereits in Bewegung: Reinigungs- und Serviceteams sorgen dafür, dass die ZB bereit ist. Stühle und Tische werden repariert oder ersetzt, illegale Graffitis entfernt, Flaschen, Dosen und Verpackungen sowie anderer Abfall eingesammelt, defekte Spender ausgetauscht. Die WC-Anlagen werden gereinigt – an stark frequentierten Tagen wie während der Prüfungszeit sogar mehrfach täglich. Auch tagsüber sind Mitarbeitende im Einsatz, um die Aufenthaltsqualität hochzuhalten. Vieles davon geschieht leise und im Hintergrund – aber mit grossem Einsatz.
Stühle und Tische werden repariert oder ersetzt, illegale Graffitis entfernt, Flaschen, Dosen und Verpackungen sowie anderer Abfall eingesammelt, defekte Spender ausgetauscht.
Intensive Nutzung, tägliche Balance
Ein öffentlicher Ort wie die ZB lebt vom Miteinander. Gleichzeitig bringt die intensive Nutzung auch Herausforderungen mit sich. Immer wieder begegnen unsere Teams Situationen wie: Rauchen an nicht erlaubten Stellen, Snacks im Lesesaal, Telefonate oder Gespräche in ruhigen Bereichen, verschobene oder beschädigte Möbel, liegen gelassener Abfall, Besucher*innen, die sich nach der Schliessung noch im Haus aufhalten.
Mitarbeitende und der Sicherheitsdienst sind täglich mehrfach unterwegs, um auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Nicht immer stösst das auf Verständnis. Der Übergang zwischen akzeptabel und störend ist oft schmal – und wird täglich neu ausgelotet. Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern darum, den Ort für alle nutzbar zu halten.
Damit der Ort ZB funktioniert, braucht es nicht nur engagierte Mitarbeitende, sondern auch ein feines Gespür für den gemeinsamen Raum.
Eine gemeinsame Verantwortung
Die ZB ist ein Ort, der viel bietet – und von vielen genutzt wird. Je mehr Menschen ihn gleichzeitig aufsuchen, desto grösser wird der Aufwand, ihn im Gleichgewicht zu halten. Damit er funktioniert, braucht es nicht nur engagierte Mitarbeitende, sondern auch ein feines Gespür für den gemeinsamen Raum.
Hier kommen Menschen zusammen, die Unterschiedliches mitbringen: kulturelle Hintergründe, persönliche Gewohnheiten, verschiedene Interessen und Bedürfnisse. Das macht die ZB zu einem lebendigen Ort – und erfordert gleichzeitig ein Mindestmass an Rücksichtnahme. Denn wir möchten, dass sich alle in der Bibliothek wohl und willkommen fühlen. Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang mit dem Ort und miteinander. Konkret heisst das beispielsweise: mit der Infrastruktur sorgsam umgegangen, nur in ausgewiesenen Bereichen essen oder Müll vermeiden und korrekt entsorgen. Was selbstverständlich klingt, ist oft Ausdruck gegenseitiger Rücksichtnahme – und trägt viel dazu bei, dass sich alle willkommen fühlen, unabhängig davon, warum sie bei uns sind oder wie lange sie bleiben.
Ein leiser Einsatz, der viel bewirkt
Vielleicht ist das genau die Kunst: Räume zu schaffen, die sich mühelos anfühlen, obwohl sie täglich sorgfältig gepflegt, instandgehalten und mit grossem Einsatz betreut werden. Dass das gelingt, ist keine Selbstverständlichkeit – sondern eine stille Leistung vieler Hände im Hintergrund.
Katharina Bruns
Bereichsleitung Benutzung