Portrait

Die Begleiterin des Printbuches: Jitka Sebrlova

Jitka Sebrlova an einem Scanapparat im Digitalisierungszentrum (Bild: ZB Zürich, C. Schmid)

«In die Zentralbibliothek Zürich zu kommen, war mein Glück», sagt Jitka, als sie ihre 10jährige Tätigkeit in der Bibliothek reflektiert. Nach ihrem Abitur mit Schwerpunkt Kunstgeschichte in Prag, studierte sie Soziale Arbeit, und war in einem Auktionshaus und einem Antiquariat tätig. Doch die Liebe hat Jitka nach Zürich geführt. Nachdem sie ihren Partner kennengelernt hat, zog sie zu ihm in die Schweiz.

Die ZB Zürich suchte zu der Zeit personelle Verstärkung, um ihre Bücher mit RFID-Etiketten auszustatten. Mittels RFID-Technologie können Medien verbucht und gleichzeitig gesichert werden. Jitka hat also den Grossteil der Bücher des Hauses kurz in den Händen gehalten. Nach einem Jahr wurde sie im Digitalisierungszentrum angestellt. Sie scannt Bücher, Karten, Handschriften, Briefe und mehr. Obwohl sie anfangs Respekt vor den Scannern hatte, nahm sie die Herausforderung an. Von ihrer beruflichen Erfahrung mit historischen Objekten konnte sie profitieren. Auf die Frage, welche Momente sie als ganz besonders empfand, erzählt Jitka von Briefen bekannter Persönlichkeiten.

«Giacomettis und Chagalls Briefe in den Händen zu halten – das waren Höhepunkte!»

Im Laufe der Jahre hat Jitka viele Veränderungen miterlebt. Das Digitalisierungszentrum hat sich von einem kleinen Team mit nur vier Scannern zu einem schweizweit angesehenen Zentrum entwickelt, das mit verschiedenen Museen, Archiven und Universitäten zusammenarbeitet.

Als beziehungsorientierter Mensch schätzt sie es ausserdem, mit dem Buchdurchlauf regelmässig Runden durch das Haus zu drehen. Sie sorgt dafür, dass jedes Buch an den richtigen Ort gelangt. Jitka ist sozusagen die Begleiterin des Printbuches: von der Post, zur Katalogisierung, ins Digitalisierungszentrum, zur Sacherschliessung bei den Liaison Librarians und schliesslich zur Bestandserhaltung, bevor es seinen festen Platz im Magazin findet. Durch diese Aufgabe kennt sie viele Abteilungen und kommt mit verschiedenen Stellen in Berührung. Ihre Fröhlichkeit und Herzlichkeit sind bei jedem Rundgang spürbar.

Sie schätzt die Menschen in der ZB Zürich. Von Anfang an wurde sie herzlich aufgenommen und habe sich wohlgefühlt, und das bis heute. Mit ihrem Team und anderen Kolleginnen und Kollegen aus dem Haus gehe sie im Winter nach der Arbeit auch gerne einen Glühwein trinken.

Kathrin Hägele
Marketing und Kommunikation